Trauma

Trauma und seine Verarbeitung

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem Erlebnisbereich traumatischer Erfahrungen und welche therapeutischen Möglichkeiten und Methoden wirksam sein können, um betroffene Menschen  zu unterstützen diese Erlebnisse nachzuverarbeiten und zu integrieren. Darum geht es letztendlich bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen. Das Erlebnis integrieren zu können, um die Folgestörungen der traumatisch bedingten Veränderungen der eigenen Person wieder auflösen zu können, um so zu einem befriedigerenden Leben und Erleben zu kommen.

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen einen kompakten Einblick zu diesem sensiblen Thema anbieten.

 

Was ist ein Trauma?

Ein Trauma ist, bezogen auf den jeweiligen Kulturkreis, ein weit über das normale Maß hinausgehendes Erlebnis schrecklichen oder katastrophalen Ausmaßes, welches den Menschen in der Bewältigung des Erlebten überfordert.

 

Wieso kann es überhaupt zu einer Traumatisierung beim Menschen kommen?

Der Mensch wird mit einem inneren Konzept geboren, welches unter anderem den Wunsch und Willen der körperlichen und seelischen Unversehrtheit beinhaltet. Das Welt­geschehen trägt diesem inneren Konzept aber nicht immer Rechnung, wodurch es immer wieder zu körperlichen, bzw. seelischen Verletzungen kommt. So wie alle Dinge eine Haut, eine Membran haben, welche die Innen- von der Außenwelt trennen, so hat auch unsere Psyche eine solche Membran. Sie besteht aus dem Wunsch der körperlichen Unversehrheit und des Umsetzens freier Willensentscheidungen. Wird diese seelische Membran zu oft oder zu stark verletzt, kann sie sich nicht mehr autonom davon erholen und so zur Ausheilung kommen, sondern entsteht eine offen bleibende Wunde. (Trauma = griechisch: Wunde) Deshalb kann ein Mensch traumatisiert werden.

 

Beispiele für Traumatisierungen

  • Traumatische Erfahrungen können sein:
  • Körperverletzung
  • schwere Unfälle
  • Missbrauch
  • Entführungen
  • Sexualdelikte
  • Trennung des Kindes von den Eltern
  • Überfälle
  • Angehörige/r eines Mordopfers zu sein
  • Amputationen
  • Folter
  • Scheinhinrichtungen
  • schwere Krankheiten...
  • Auch Zeuge einer solchen Tat oder Geschehens zu sein, kann zur Traumatisierung führen.

 

Welche Gefühle erleben traumatisierte Menschen?

  • Ohnmacht
  • Hilflosigkeit
  • Angst
  • Schrecken
  • Panik
  • Ekel
  • Identifikation mit dem Täter
  • Schuld
  • Scham
  • Trauer
  • Wut

 

Das Erleben schockierender und überfordernder Geschehnisse löst zahlreiche körperliche Reaktionen aus:

  • Schwitzen
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Zittern
  • Schlaflosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Gefühl der körperlichen Schwäche
  • u.a.

 

Wenn das Trauma nicht autonom vergeht und auch nicht behandelt wird, kann es zu tiefgreifenden Traumafolgestörungen kommen, wie:

  • Sozialer Rückzug
  • Sucht
  • Aggression
  • Depression
  • Probleme in der Bewältigung des Lebensalltags
  • Gewalt gegen sich und / oder andere Menschen
  • Persönlichkeitsveränderung

Sollten Sie den Verdacht haben. dass Sie selbst oder einer Ihrer Angehörigen unter den Folgen eines traumatischen Erlebnisses leiden, dann suchen Sie unbedingt einen Facharzt (bspw. einen Psychiater, evtl. auch einen Neurologen) für sich, bzw. Ihren Angehörigen auf. Sie können mich auch anrufen oder anschreiben, um sich einen ersten Rat einzuholen.

 

Therapie zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse

Mittlerweile existieren zahlreiche Therapieansätze, die das Ziel haben, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Da jedwedes Erleben des Menschen auf allen Ebenen (Körper, Gefühle, Denken) stattfindet und somit eine therapeutische Intervention ebenso alle Ebenen ansprechen sollte, ergeben sich zahlreiche Ansätze in der methodischen Vorgehensweise.

Für mich persönlich ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die Wertschätzung meines Gegenübers und der empathische Umgang mit den Anliegen der Menschen Voraussetzung, die erfolgreiche Verarbeitung traumatischer Erlebnisse zu ermöglichen. Neben dieser Haltung ist aber auch Fachwissen zur Vorgehensweise der Behandlung traumatischer Erlebnisse unverzichtbar.

 

Stabilisation

Vor allen Dingen steht dabei die Stabilisation des Menschen. Bevor sich ein betroffener Mensch mit den traumatischen Erlebnissen konfrontieren kann, bedarf es einer guten Ausgangslage. Die Stabilisation erfolgt auf mehreren Ebenen.

 

Körperliche Stabilisation

Eine der Grundlagen an Stabilisation, ist das Erlernen einer Entspannungsmethode, wie das Autogene Training nach J.H.Schultz oder die Progressive Muskelrelaxation, kurz PMR genannt, nach Edmund Jacobson. Entspannung ist die Grundvoraussetzung stabil bleiben zu können. Traumatische Erfahrungen stellen extreme Stresssituationen dar.

Im Stress befindet sich der Mensch in einer urtümlichen Körperreaktion, die sich im Laufe der Evolution entwickelt hat, um auf Gefahren reagieren zu können. Jedwede Situation, die ein Mensch nicht kontrollieren kann und die er nicht wünscht, bedeutet Stress für den Menschen und er schaltet in einen rigiden Modus um, in dem er keine Kontrolle über seine Gefühle hat und nicht in der Lage ist differenziert und distanziert denken und empfinden zu können. In einer Stresssituation überfluten die Ereignisse und Reaktionen sowie Gedanken und Gefühle den Mensch einfach. Entspannung stellt eine reziproke Hemmung dar. Je entspannter ein Mensch ist, desto weniger gerät er in den Stress und die entsprechenden Körperreaktionen.

Deshalb ist Sport, vor allem Ausdauersport, eine hervorragende Möglichkeit dem Stress entgegenzuwirken. Traumatisierte Menschen stehen oft Jahre und Jahrzehnte unter Dauerstress, aufgrund der unverarbeiteten Erlebnisse und der damit einhergehenden Spannungszustände. Joggen, Schwimmen, Radfahren, Wandern, Skaten, Langlauf... Was immer Ihnen Spaß macht und Ihren Kreislauf, sowie die Atmung anregt, ist geeignet den Stress zu reduzieren.

Schlafhygiene ist ein weiterer wichtiger Punkt. Der Schlaf sollte einen festen Rhythmus haben und ausreichend sein in seiner Dauer und Qualität. Der Schlafraum sollte möglichst nur zum Schlafen oder andere entspannende Dinge genutzt werden. Der Raum sollte stets gut gelüftet sein und ein angenehmes Raumklima aufweisen. Das Bett sollte nicht zum Arbeiten oder als Ablage genutzt werden. Es sind viele Kleinigkeiten, die sich summieren und im Ergebnis die Qualität des Schlafes mitbestimmen können.

Je nach dem, welche individuellen Symptome bei Ihnen vorliegen kann auch eine medikamentöse Unterstützung durch einen Facharzt indiziert sein, um einen ganzheitlichen Therapieansatz gewährleisten zu können.

 

Seelische Stabilisation

In der Folge traumatisch bedingter Störungen kommt es häufig zu einer Veränderung des Sozialverhaltens. Betroffene Menschen ziehen sich unter Umständen zurück, manche werden bspw. stimmungslabil, aggressiv oder impulshaft im Umgang mit ihren Mitmenschen.

In Abhängigkeit Ihres individuellen Anliegens und der für Sie umsetzbaren Therapieangebote entwickle ich mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan. Das kann Glaubenssatzarbeit sein oder Kommunikationstraining, das (Wieder)erlernen der Fähigkeit sich abzugrenzen oder ein strukturierter Tagesplan mit Leitzielen, Etappenzielen und ganz konkreten Handlungszielen.

Grundsätzlich geht es darum, zunächst einmal orientiert an den Symptomen zu arbeiten und erst in einem zweiten Schritt den Prozess anzuschauen, bzw. zu verarbeiten, welcher die Ursache der posttraumatischen Belastungsstörung darstellt.

 

Symptomorientiertes Arbeiten

Viele Folgen eines erlebten und unverarbeiteten Traumas haben Auswirkungen auf die Lebensqualität, die Lebensführung, das soziale Miteinander, die physische und psychische Leistungsfähigkeit und somit den Alltag eines betroffenen Menschen. Diese Folgen können zusätzliche, oft im Vordergrund stehende Belastungsfaktoren darstellen. Häufig fußen sie auf generalisierten Glaubenssätzen, die durch das traumatische Geschehen entstanden sind, beispielsweise: Ich kann mich ohnehin nicht durchsetzen. oder: Das schaffe ich niemals.

Solche Glaubenssätze, die sich oft zu umfassenden Gesamthaltungen vereinen, bestimmen unser Leben maßgeblich mit. An diesen Glaubenssätzen zu arbeiten kann in kurzer Zeit zu ersten Verbesserungen der eigenen Zufriedenheit führen.

Im Zuge der Glaubenssatzarbeit können auch zahlreiche sogenannte Krafträuber und Kraftquellen des Alltags ausfindig gemacht werden. Wer oder was schenkt mir Kraft? Wer oder was raubt mir Kraft? Steve de Shazer, ein bekannter systemischer Therapeut postulierte, mehr von dem zu machen, was gut läuft und das wegzulassen, was nicht funktioniert. Was so einfach klingt, ist in der Praxis, zumal bezogen auf das eigene Leben, oft gar nicht so leicht.

Einiges Gewicht der Beratungs- und Therapietätigkeit besteht darin, einen anderen Blick auf das eigenen Leben und die eigene innere Haltung zu werfen. In einer wohlwollenden und offenen Haltung sich und der Welt gegenüber, ist es möglich sich frei für neue Wertegewichtungen zu entscheiden oder sachlich und klar sehen zu können, was man selbst tut, um die erlebten Alltagsbelastungen weiterhin aufrecht zu erhalten. Es stellt sich bei jedem Anliegen die Frage, ob man selbst als Mensch wirklich schon alle Möglichkeiten, all sein Potenzial ausgeschöpft hat, um die richtigen Lösungen und Handlungsoptionen entwickeln zu können. Da ich stets zuversichtlich bin, gehe ich davon aus, dass es immer eine hilfreichere Lösung gibt für die Anliegen des eigenen Lebens, wenn man mit den bisherigen Ansätzen (noch) nicht zufrieden ist.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass unverarbeitete traumatische Erlebnisse in der Folge zahlreiche Auswirkungen auf das Leben haben. Diese können durch hilfreichere Einstellungen und Haltungen abgelöst werden, ohne dabei das zugrunde liegende Erlebnis betrachtet haben zu müssen. Je mehr Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung vermindert oder aufgelöst werden können, desto größer wird die Lebensqualität sein.

 

Dies ist nur ein kleiner, allgemeiner Einblick in das symptomorientierte Arbeiten. Da jeder Mensch absolut individuell ist und jedes Anliegen ebenso, ist es an mir als Therapeuten und Berater, Sie zu unterstützen, den auf Sie abgestimmten Lösungsweg zu entwickeln. Wer einen bestimmten Weg gehen möchte, braucht ein klares Ziel. Ein Ziel braucht Visionen. Visionen brauchen Fantasie und Struktur zugleich. Wenn Sie Ihr Ziel kennen und einen Weg entwickelt haben, werden sie eine große Motivation haben, dieses Ziel in die Tat umzusetzen. Gerne unterstütze ich Sie dabei.

 

Prozessorientiertes Arbeiten

 

Liebe Besucherinnen und Besucher meiner Homepage, in Kürze wird dieser Artikel fortgesetzt.

 

Stand 11. Juni 2015

 

 

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