Entspannung

Entspannung

Edmund Jacobson, der Begründer der progressiven Muskelrelaxation, kurz PMR, soll einmal gesagt haben, dass Entspannung das grundlegendste Heilmittel ist. Auch in alten Volksweisheiten, wie In der Ruhe liegt die Kraft, steckt dieses Wissen und intuitive Selbstverständnis des Menschen. Ruhe und die daraus erwachsende Entspannung sind zwei wesentliche Merkmale unserer Lebensqualität.

In unserer heutigen Zeit, einer Zeit in der das Ausgebranntsein des Menschen die Kehrseite der Medaillie einer immer höher getakteten Leistungsgesellschaft darstellt, fällt es zunehmend schwer einfach aus der erlebten Feierabendruhe heraus zur Entspannung zu kommen. Auf der Bank für dem Haus sitzen oder auf einer Wiese liegen und sich mit den Wolken treiben zu lassen, so etwas gibt es zunehmend seltener. Anbetracht der Vernetzung durch moderne Kommunikationsmedien, wie Handy, Tablet Computer, Internet, E-Mail, Social Media kommt es zur ständigen Präsenz und Verfügbarkeit der eigenen Person in einem öffentlichen Raum.

Zur Ruhe kommen, abschalten können, das fällt modernen Menschen zunehmend schwerer. Jede psychische Anspannung aber geht mit einer körperlichen Anspannung einher. Halten solche Zustände an, steht der Mensch irgendwann unter Strom. Die angespannte Psyche löst im Körper einen fortwährenden Anspannungszustand aus, der seinerseits die Spannungen der Psyche verstärkt und aufrechterhält. Dies wirkt wieder auf der Körper zurück, so dass ein Teufelskreis wirksam werden kann, an dessen Ende ein totaler Erschöpfungszustand, der sogenannte Burnout, stehen kann.

Gerät der Mensch in eine Stressreaktion, verändern sich seine Körperfunktionen folgendermaßen:

  •   Engstellung der Blutgefäße
  •   Erweiterung der Pupillen
  •   Vermehrte Schweißsekretion
  •   Erhöhung des Blutzuckerspiegels
  •   Entleerung der Nieren
  •   Verminderung und Blockade der Libido

Umgekehrt verändern sich die Körperfunktionen des Menschen, wenn er sich entspannt, folgendermaßen:

  • Das Herz beruhigt sich
  • Der Blutdruck sinkt
  • Die Muskulatur entspannt sich
  • Die Augen werden feucht
  • Die Leber schaltet auf Glykogenspeicherung
  • Die Verdauung wird aufgenommen
  • Das Immunsystem wird wieder aktiviert
  • Der Spieltrieb (und damit Neugier, Lernen und Experimentieren) erwacht
  • Die Libido wird wieder aktiviert

 

Ziel eines Entspannungsverfahren ist es die Balance zwischen Entspannung und Anspannung, zwischen positver Spannung bei Tätigkeit und erholsamer Entspannung in der Ruhe wieder herzustellen-

Thesen zur Entspannung

  •   Stressabbau, veränderter Umgang mit Stressfaktoren
  •   Stärkung der Konzentration
  •   Körper, Geist und Seele und Umwelt in Balance bringen (Homöostase)

Entspannung im physischen und psychischen Teil des Organismus

Die Reaktion der Entspannung gehört zum Verhaltensrepertoire, das in der Natur jedes Menschen verankert ist. Entspannung lässt sich von jedem Hilfesuchenden erlernen und durch Üben immer leichter und verlässlicher hervorrufen. So soll sich schließlich auf eigenen „Befehl“ ein Muster in Gang setzen, das aus charakteristischen Veränderungen vegetativer und zentralnervöser Prozesse besteht.

Die Entspannungsreaktion ist an psychologischen und physiologischen Kennzeichen zu erkennen.

Folgende psychische Faktoren zeigen sich bei allen Entspannungsverfahren:

  • Gelassenheit
  • Mentale Frische nach dem Üben
  • Zunahme der Merk- und Konzentrationsfähigkeit
  • Schmerzlinderung
  • Möglichkeit sich leichter vor Außenreizen zu schützen
  • Förderung des Erlebens, die körperliche und psychische Befindlichkeit selbst beeinflussen zu können.

Folgende körperliche Faktoren finden sich bei allen Entspannungsverfahren:

·         Abnahme der Spannung der Skelettmuskulatur

·         Veränderungen im Kreislaufsystem, wie langsamerer Pulsschlag, Senkung des Blutdrucks

·         Regulierung der Atemtätigkeit

·         Zunahme der Hautleitfähigkeit

·         Steigerung der Gehirndurchblutung

Die beste Körperstellung für Lockerung und Entspannung stellt das Liegen dar, weil dem Stehen gegenüber der Widerstand gegen Flieh- und Schwerkraft entfällt und eine Entlastung der gesamten Stützmotorik erreicht wird. Damit ist die Anzahl der Körpersignale zum Gehirn hin vermindert und folglich werden umgekehrt auch die Impulse zur Stützmotorik weniger.

Emotionale Reaktionen, wie Wut, Angst oder Ärger lassen sich in einem von Ruhe dominierten Zustand deutlich geringer provozieren. Bereits vorhandene Gefühle von Angst oder Ärger werden zurückgesetzt. Dafür rückt Wohlbefinden in den Vordergrund und verstärkt sich. Es kommt zur Ausschüttung von Endorphinen, den körpereigenen Opiaten, sowie der Glückshormone Serotonin und Dopamin. (Serotonin ist beispielsweise auch in Schokolade enthalten, weshalb viele Menschen in oder nach Stresssituationen gerne Schokolade essen.)

Wissenschaftliche Sicht der Wirkung von Entspannung

Die psychoimmunologische Forschung kommt in ihren Erkenntnissen uraltem Wissen nahe; Sie zeigt das differenzierte Zusammenspiel zwischen seelischer und körperlicher Abwehrkraft aber auch wie wichtig es ist lebensgeschichtliche geprägte Verhaltensmuster, Ängste, Depressionen, Selbstzweifel und Hilflosigkeit aufzuklären und überwinden zu lernen. Die individuelle Stärke des Immunsystems, die psychosomatische Widerstandskraft, hängt wesentlich vom Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Wirksamkeit des eigenen Handelns ab. Die Überwindung von Passivität und Vermeidungsverhalten, sind weitere Bausteine gesunden Selbstvertrauens, einer Lebenskraft, die Voraussetzung einer gelungenen Lebensführung und –gestaltung ist.

Entspannungsmethoden, wie die PMR sind dazu eine wirkungsvolle Hilfe. Die dabei aufkommenden Emotionen und Gefühlsbewegungen passieren gemeinsam mit körperlichen, dabei messbaren, Reaktionen: Herzkreislaufwerte ändern sich ebenso wie der Hautwiderstand oder die –leitfähigkeit. Blutdruck, Atem- und Pulsfrequenz werden positiv beeinflusst. Speichelbildung, Magen-Darmperistaltik, Blutzuckerwerte und das Immunsystem werden ebenfalls mit einbezogen.

Körper und Seele stellen somit eine unverbrüchliche Einheit dar, die sich innerhalb dieser Einheit gegenseitig beeinflussen. Seelische Veränderungen ziehen körperliche Veränderungen nach sich und umgekehrt.

Nebenwirkungen

Alle Entspannungsverfahren können bei Menschen mit Angstzuständen diese auch verstärken, dies ist bei der progressiven Muskelentspannung seltener als beim Autogenen Training oder anderen Entspannungsverfahren, die mehr dazu auffordern in sich hinein­zuhören, kann aber auch hier vorkommen. Kribbeln in den Fingern, Herzklopfen und Muskelzucken können als Zeichen einer Hyperventilation auftreten. Seltener treten auch Magenknurren, Gähnen, Frösteln auf. Bei Menschen mit niedrigem Blutdruck kann dieser während der Entspannung weiter absinken. Asthmabeschwerden können während Entspannungsübungen zunehmen.  Ähnliches gilt für Depersonalisations- und Derealisations­phänomene bei Menschen, die an dissoziativen Störungen oder Psychosen leiden. Entspannungs­verfahren helfen bei Kopfschmerzen und Migräne vorzubeugen, dennoch gilt: Entspannung kann bei allgemein sehr angespannten Menschen Übelkeit und Kopfschmerzen auslösen, auch der Beginn einer Migräneattacke durch eine Entspannungsübung ist möglich. Bei akuten Migräneattacken können diese durch Entspannungsverfahren verschlimmert werden. Die Progressive Muskelentspannung ist zur Vorbeugung von Kopfschmerzen gut geeignet, während der Migräneattacke kann sie aber zur Verschlimmerung der Beschwerden führen.

Im Zweifelsfalle immer die ärztliche Abklärung suchen!

 

 

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ANDRÉ YASSA - PRAXIS FÜR PSYCHOTHERAPIE & COACHING
 

Am Stadtpark 95
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