Wie funktioniert eigentlich Kommunikation?

Das Wort Kommunikation bedeutet: „Teilnehmen an oder teilen von Informationen, Gedanken, Botschaften oder Signalen.“ Eine Grundannahme der Kommunikation besagt, dass es nicht möglich ist, nicht zu kommunizieren. (Axiom I von Paul Watzlawick) Insofern erscheint es sinnvoll, sich mit Möglichkeiten zur Verbesserung der Kommunikation auseinander zusetzen.

Senden und Empfangen

Oft wird von Sendern und Empfängern gesprochen, wenn es um Kommunikation geht.
Das Sender-Empfänger-Modell der Kommunikation stammt von dem britischen Soziologen Stuart Hall (1970er Jahre). In diesem Modell wird Kommunikation definiert, als Übertragung einer Nachricht von einem Sender zu einem Empfänger. Die Nachricht wird codiert, in der Regel in Sprache, und als Signal über einen Übertragungskanal (Luft) übermittelt. Auf dem Weg vom Sender zum Empfänger kann die Nachricht durch Störungen verfälscht werden. Eine Voraussetzung für die erfolgreiche Kommunikation ist, dass Sender und Empfänger die gleiche Codierung für die Nachricht verwenden, also die gleiche Sprache sprechen.

Dieses Modell vermittelt den Eindruck, als verlaufe Kommunikation zwischen Menschen so, wie zwischen einem Radiosender und einem Radioempfangsgerät.

Überraschender Weise ist dies jedoch falsch. Der Sender codiert nämlich etwas anderes als der Empfänger decodiert, da beide unterschiedliche Decodierungs­systeme verwenden, nämlich ihr jeweils anderes Denken und Empfinden. Das Modell nach Hall funktioniert aber nur, wenn die gleiche Codierung verwendet wird. Das heißt die Mitteilungs­absicht des Senders muss seiner Bedürfnis­befriedigungs­absicht entsprechend formuliert sein und zugleich vom Empfänger in dessen Sinne verstanden werden. Das heißt, dass der Sender sich so mitteilen muss, dass er vom Empfänger verstanden wird. Eine große Schwierigkeit besteht also darin, dass der Sender eine Botschaft senden muss, die der Empfänger so entschlüsseln kann, dass beim Empfänger das ankommt, was der Sender beabsichtigt.

Der größte Unterschied zum Radiomodell jedoch ist, dass wir Botschaften nicht wie Radios empfangen. Wir müssen die Informationen ständig übersetzen. Deshalb ist Kommunikation, das miteinander Reden, so schwierig und missverständlich.

Eine gelungene Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg, sowohl im Beruflichen, als auch im Privaten. Gerne unterstütze ich Sie, wenn Sie Bedarf haben, besser kommunizieren zu können.

GFK – Gewaltfreie Kommunikation

Gewaltfreie Kommunikation ist ein Schlüssel, ein Weg, eine Möglichkeit bei sich selbst anzukommen und somit auch beim anderen Menschen, dem Kommunikationspartner. Gewaltfreie Kommunikation folgt einem bestimmten Weg der Kommunikation.

An erster Stelle steht die Mitteilung dessen, was man beobachtet hat. Es handelt sich dabei um die reine Beobachtung, ohne eigene Bewertung.
Danach folgt die Mitteilung der eigenen Gefühle, die das Beobachtete bei einem selbst ausgelöst hat.
Als drittes teilt man dem Kommunikationspartner mit, durch welches nicht befriedigte Bedürfnis das Gefühl entstanden ist.
Als viertes kann man im Anschluss eine Bitte an sein Gegenüber richten.

Ein Beispiel soll Ihnen das Ganze veranschaulichen.

Zwei Menschen sind für 20 Uhr in einem Restaurant zum Essen verabredet. Eine Person ist pünktlich, die andere Person verspätet sich ohne weitere Benachrichtigung um 30 Minuten. Wer hat es noch nicht erlebt, in so einem Falle über die zu spätkommende Person verärgert zu sein? Ärger über andere Menschen oder Situationen zu empfinden, kann der Beginn von Gewalt in der Kommunikation sein. Oft entstehen nämlich aus einer solchen Haltung Anschuldigungen, wie:

Du bist schuld, dass…

Deinetwegen geht es mir jetzt schlecht.

Deinetwegen musste ich mich jetzt aufregen.

Du machst mich noch verrückt.

Tatsache ist, dass man nicht wissen kann, warum das Gegenüber erst 30 Minuten später als vereinbart im Restaurant erscheint. Es kann eine Autopanne gegeben haben, einen Verkehrsstau, das Handy wurde Zuhause vergessen, der Babysitter kam zu spät… So lange man keine Beobachtungen zur Verfügung hat, welche die Verspätung erklären können, ist ein Mensch nicht in der Lage die Situation zu beurteilen. Trotzdem kann dieses unbestimmte Warten unangenehme Gefühle im Menschen auslösen. Vielleicht ist es Sorge um den anderen Menschen, vielleicht Irritation oder das Empfinden dem anderen Menschen nicht wertvoll genug zu sein.

In der gewaltfreien Kommunikation könnte ein Gesprächsverlauf so aussehen.

Ich sehe, dass du 30 Minuten nach unserem vereinbarten Termin kommst. (Beobachtung)
Darauf hatte ich jetzt mit innerer Unruhe reagiert. (Gefühl)
Es wäre mir ein Bedürfnis gewesen, den Grund für deine Verspätung früher zu erfahren. (Bedürfnis)
Deshalb möchte ich dich bitten das nächste Mal pünktlich zu sein oder mich bezüglich eines Zuspätkommens rechtzeitig zu unterrichten. (Bitte)

Dies ist nur ein beispielhafte Möglichkeit. Die gewaltfreie Kommunikation ist keine Technik, die man rational gesteuert anwendet, sondern ist die gewaltfreie Kommunikation eine Möglichkeit sich selbst, seine Bedürfnisse und Gefühle genau zu verstehen und zum Ausdruck zu bringen, sowie die Gefühle und Bedürfnisse des anderen Menschen verstehen zu lernen.

Alle zwischenmenschlichen Konflikte sind dem Grunde nach friedlich zu lösen. Wenn das nicht geschieht, dann deshalb weil eine Situation eine Überforderung darstellt. Eine Situation überfordert uns Menschen dann, wenn uns die Möglichkeiten fehlen mit der Situation umgehen zu können, bspw. weil wir sie überhaupt nicht richtig verstehen. Zum Beispiel uns über die Verspätung eines anderen Menschen aufzuregen, ohne zu verstehen, dass der zu spät Kommende gar nicht für diese Aufregung verantwortlich ist und dass man Situationen, und damit Menschen, erst beurteilen kann, wenn man weiß, warum etwas so geschehen ist, wie es geschehen ist.

Gewaltfreie Kommunikation kann in allen Bereichen des Lebens hilfreich sein. Ob Zuhause mit der eigenen Familie oder in der Arbeit mit den Kollegen und Vorgesetzten, überall kann die gewaltfreie Kommunikation das Leben erleichtern und angenehmer für alle beteiligten Menschen sein.

Ich selbst lebe die gewaltfreie Kommunikation seit vielen Jahren und weiß aus eigener Erfahrung, dass es ein Prozess ist, der Zeit und Raum und Zuwendung braucht, so dass die Haltung aus der die gewaltfreie Kommunikation ganz automatisch hervorgeht, immer tragender wird im Leben. Die anfängliche Mühe lohnt sich jedoch, denn die mögliche Steigerung der Lebensqualtität lässt sich mitunter unmittelbar erleben, sobald man selbst aus der gewaltfreien Haltung heraus kommuniziert.

Ich biete die gewaltfreie Kommunikation sowohl als Wochenendkurs an der Paracelsusschule Nürnberg an, bitte fragen Sie die Studienleitung nach meinen Kursen, als auch in den Beratungs- und Therapiestunden. Durch zahlreiche Arbeitsblätter und ein auf Sie als Interessent/in abgestimmtes Skript kann ich Sie so unterstützen, dass Sie den größten Teil der gewaltfreien Kommunikation in aller Ruhe Zuhause verstehen lernen und erproben können. Wenn Sie mehr Interesse an der gewaltfreien Kommunikation haben, freue ich mich auf Ihren Anfrage.